Seestadt Aspern – Vorzeigeprojekt mit Betonpflaster!

16.08.2016

 

Wenn es um Lebensqualität geht, steht Wien in allen Rankings ganz vorne. Um diese absolute Führungsposition zu halten, lässt sich unsere Hauptstadt einiges einfallen. Besonders wichtig ist die Seestadt Aspern, eines der bedeutendsten europäischen Projekte zur Stadtentwicklung. Zum Vorbildcharakter der Seestadt zählte auch die Überlegung, im öffentlichen Raum neue Standards zu setzen. Das ist perfekt gelungen – mit Betonpflaster aus Österreich.

Seit den ersten Planungen 2003 blickt die Welt auf die Seestadt Aspern: Mitten im 22. Bezirk entsteht ein gewaltiges Bauprojekt: Geplant sind über 10.000 Wohnungen, dazu allein 5.000 Arbeitsplätze in Gewerbe, Wissenschaft, Forschung und Bildung. Auf einer Grundfläche von rund 240 Hektar wird die Seestadt Aspern so für zehntausende von Menschen ein neuer Lebens- und Arbeitsmittelpunkt sein.

Beton gestaltet die Stadt der Zukunft 

Wichtig für das innovative Projekt, das auf dem Gebiet des ehemals größten europäischen Flughafens heranwächst, sind kurze Wege zu allen Bereichen des Lebens. Dabei geht es auch darum, einen klimaneutralen Stadtteil entstehen zu lassen. Der riesige See, ein etwa zehn Hektar großer Park und viele weitere Grünflächen stehen dafür – aber auch Architektur und öffentliche Flächen reihen sich ein in das Ziel der Klimaneutralität. Um dieses Ziel zu erreichen, spielt Beton den Gestaltern und Planern auch bei den öffentlichen Flächen alle Trümpfe in die Hand. Öffentliche Räume geben starke Impulse bei der Entstehung dieses urbanen Renommierprojektes, denn sie erfüllen viele Funktionen: Sie schaffen Infrastruktur und setzen Handel, Kultur und Naherholung bestens in Verbindung.

Durch Betonpflaster Wohnen und Arbeiten im Umfeld zeitloser Ästhetik

Für die Gestaltung der öffentlichen Flächen entschied man sich für eine Lösung mit Betonpflaster. Aus einem einfachen Grund: „Der Baustoff Beton eröffnet unbegrenzte Variationen“, sagt Stefan Weissenböck vom Weissenböck Baustoffwerk. „Durch den spannenden Mix aus Pflaster und Platten lassen sich ideale Formgebungen und Linienführungen erzeugen. Gepaart mit Farbakzenten gewinnt das Umfeld sofort an Bedeutung.“ In Aspern nahm man auch beim Betonpflaster die Vorreiterrolle bewusst an. So kommen hier im öffentlichen Raum reduzierte Geometrien zum Tragen – es entsteht eine zeitlose, zurückhaltende Optik. Das Geheimnis: dezente Weiß-, Grau- oder Anthrazittöne.

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Durch moderne Verfahren bleiben die Farben dauerhaft stabil in den Stein gebunden, außerdem wird eine sehr feine, aber griffige Oberfläche erreicht. Ein weiterer Vorteil von Betonpflaster: Es lässt sich flexibel an Belastungssituationen anpassen. Gerade in unserem Land kommt ein „Wetter-Aspekt“ hinzu: Besonders im Winter, wenn es zu häufigem Frost-Tau-Wechsel kommen kann, muss das Pflaster robust sein – auch da zeigt sich Beton als optimale Lösung. Und selbst wenn einmal einzelne Platten ausgetauscht werden müssen, lässt sich das problemlos vollziehen. Womit viele öffentliche Planer wiederum ein gewaltiges Argument zur Hand haben, wie Stefan Weissenböck betont: „Auch in puncto Wirtschaftlichkeit ist Betonpflaster nahezu unschlagbar.“

Flexibel, tragfähig und wirtschaftlich

Tragfähigkeit, ästhetische Kriterien, günstige Materialkosten und kalkulierbare Einheitspreise – die Wahl fiel auf eine neue Version des Betonplatten­ und ­steinsystems „Tegula“ der Firma Weissenböck. Viele Österreicher kennen das System aus dem eigenen Garten, die neue Version bildet für die Freiräume der Seestadt einen stimmigen Rahmen. Während der Bauphase werden diese Räume stark belastet. Weil also bis zur Fertigstellung 2030 gewisser Verschleiß absehbar ist, entschied sich das Wiener Landschaftsarchitekturbüro 3:0 als Kontaktarchitekt des dänischen Architekturbüros Gehl Architects, das mit der Entwicklung von Strategien und Typologien für den öffentlichen Raum beauftragt wurde, für ein besonders robustes und wirtschaftliches Produkt. Höchste Verfügbarkeit für einen raschen Austausch spielte dabei ebenfalls eine Rolle.

Die Oberflächen der gewählten Platten weisen eine Beständigkeit gegen Frost und Tausalz auf, die weit über strengste Normen hinausgeht. Da öffentlicher Verkehr am besten zu einem klimaneutralen Projekt passt, wird es zahlreiche Haltestellen geben – und gerade dort gibt es im Winter besonders viel Tausalz. Die Entscheidung für das „Tegula“-System weist also klar in die Zukunft: Auch nach Fertigstellung der Seestadt wird das Betonpflaster angenehm und dezent modern wirken.

Urbanität durch Flächengestaltung mit Beton

Die über 20.000 Menschen, die hier leben und arbeiten werden, dürfen sich also auf lebendige Flächen freuen, deren Betonpflaster für Vielfalt und eine freundliche, urbane Atmosphäre stehen. Die sechzehn Zentimeter dicken Platten werden in vier verschiedenen Formaten verlegt: als Platte, Halbplatte, Großplatte und Quadratstein. Der Oberbau besteht aus klassischen ungebundenen Tragschichten und einer Frostschutzschicht. Die Pflasterbettung besteht aus einem Gemisch aus Brechsand und Splitt, die Fugen werden mittels Brechsand ausgeführt. Bei den Fugenbreiten werden die Aufgrabungserfahrungen der Pflasterprofis sowie neue Normen berücksichtigt.

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Zur Lebensqualität gehört natürlich auch, dass selbst nach starkem Regen die öffentlichen Plätze nicht überschwemmt werden – und dass es nicht glitschig wird. Deshalb haben Fachplaner und Branchenexperten ein wasserabführendes Randsteinsystem entwickelt, das über eine spezielle Profilierung verfügt.

Vorbildcharakter für die gesamte Seestadt

Bisher wurden vereinzelte Bauabschnitte gepflastert, doch allen Verantwortlichen war sofort klar: Hier entstehen Flächen, die auf lange Sicht den innovativen Charakter der Seestadt unterstützen und die außergewöhnliche Idee des neuen Bezirks zur Geltung bringen. Zur umsichtigen Planung gehört die professionelle und termingerechte Ausführung. Die österreichische Beton- und Baubranche leistet das zur vollkommenen Zufriedenheit der Bauherren – und bleibt im budgetierten Kostenrahmen.

In aller Welt wird über die Seestadt Aspern berichtet. Dass jetzt auch vom Betonpflaster geschwärmt wird, liegt an einer vorbildlichen Planung, bei der alle Experten rechtzeitig ins Boot geholt wurden. Und natürlich liegt es an einem vielseitigen Baustoff, der alle erdenklichen Formen und Farben annehmen kann: Beton. So wird hier alles dafür getan, Wien an der Spitze der lebenswerten Städte zu halten.

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Daten + Fakten

Objekt: Seestadt Aspern, 1220 Wien
Bauherrschaft: Wien 3420 Aspern Development AG
Architektur: Johannes Tovatt (Masterplaner)
Büro-Mitarbeit/öffentliche Flächen: Gehl Architects, Dänemark, 3:0 Landschaftsarchitektur Wien
Planungszeit: 2003 bis 2028
Bauende: 2032
Platzgestaltungsfläche: derzeit ca. 25.000 m2