Pure Avantgarde in Beton: Hanghaus in Hinterbrühl

Rafael Pohle vom Leipziger Architekturbüro „Flow“ hat schon früh zwei Vorlieben für sich entdeckt: avantgardistische Architektur und Österreich. So verfügt sein Büro, das auch den Titel „Designlabor“ trägt, hier über eine Dependance, das „flow.studio Österreich.“ In allen Regionen des Landes entwarf und realisierte das etwas andere Büro schon außergewöhnliche Objekte.

Selbst in den Augen des erfahrenen Architekten Pohle nimmt ein spezielles Traumhaus eine Sonderstellung ein: Unter dem Namen „Projekt Hanghaus Wien“ gelang „Flow“ vor den Toren der Hauptstadt ein Meisterwerk futuristischer Architektur. „Die dynamische Formensprache fügt sich in die diffizile Hanglage ein,“ sagt Pohle, „mit einem grandiosen Blick ins Tal.“

Massive Bauweise: Häuser für Generationen

Der Hang im Wiener Vorort Hinterbrühl forderte gleich ein ganzes interdisziplinäres Team aus Architekten, Designern und Baufachleuten heraus. Akribische Planung war schon beim Keller gefordert. Wegen der Hanglage mit zu erwartenden Hangwässern entschied sich das Team für eine Weiße Wanne. Außenwände und Boden des Kellers wurden also aus wasserundurchlässigem Stahlbeton hergestellt, wodurch keine zusätzliche Abdichtung notwendig war. Die Decken im ganzen Haus wurden vor Ort monolithisch aus Stahlbeton hergestellt. „Unsere individuelle Architektur erfordert aus statischen Gründen Betondecken mit relativ hohem Stahlanteil,“ erklärt der Architekt, „die massive Bauweise sichert den Werterhalt von Häusern über Generationen!“

Traumhaus wird Realität

Der Bauherr, Geschäftsführer eines internationalen Unternehmens, bekam genau, was er wollte: ein exklusives Designhaus mit überaus großzügiger Wohnfläche von 365 Quadratmeter Wohnfläche, die bereits im Keller beginnt. Durch die Lage lassen sich die Kellerräume durchaus als Ausläufer der Terrasse interpretieren.

„Wir setzen bei unseren Häusern Sichtbeton häufig an einzelnen Wandscheiben im Innenbereich ein“

„Aufgrund der Komplexität dieser Architektur,“ erklärt Rafael Pohle, „wurden alle Elemente vorrangig monolithisch aus Transportbeton vor Ort gegossen.“ Im Innenbereich nutzt Pohle gern Sichtbeton als Trennungs- und Designelemente: „Wir setzen bei unseren Häusern Sichtbeton häufig an einzelnen Wandscheiben im Innenbereich ein, etwa als Raumteiler zwischen Wohn- und Essbereich.“

Betonvorteile auch bei weniger aufwändigen Projekten

So exklusiv das Traumhaus in Hinterbrühl auch ist – die Betonvorteile, von denen der Bauherr mit seiner Frau und den beiden Kindern nach dem baldigen Einzug profitieren wird, lassen sich natürlich auch auf weniger aufwändige Projekte übertragen. Ganz so außergewöhnlich muss Wohnen mitten im Grünen schließlich nicht immer sein.