Schwimminsel an der Donau: Badespaß in Wien

Die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten von Beton kennen keine Grenzen. Sogar schwimmen hat der Baustoff längst gelernt! Das zeigt besonders schön die Schwimminsel, die an die Wiener Donauinsel angedockt ist.

Seit Dezember 2013 liegt sie im Wasser: Die Schwimminsel aus textilfaserbewährtem Beton, die an der Neuen Donau nach wie vor Einheimische wie Touristen begeistert, entstand aus einem Studentenwettbewerb – der „Concrete Student Trophy“. Dieser Wettbewerb wird von Zement + Beton jährlich ausgeschrieben und richtet sich an alle Studierende, die nicht an den Grenzen des eigenen Faches Halt machen. Mit anderen Worten: Hier ist fachübergreifende Zusammenarbeit gefragt!

Gesucht war beim interdisziplinären Wettbewerb im Jahre 2011 eine barrierefreie Fußgänger- und Radfahrerquerung für die Neue Donau, die als schwimmfähiger Steg angelegt werden sollte. Die Realisierung des gesamten Wettbewerbsentwurfs war zwar möglich –bei der Concrete Student Trophy geht’s zumeist um theoretische Aufgaben. Aber manchmal beeinflusst die Fantasie dann doch die Realität, und so zeigte sich die Wiener MA 45 vom Siegerprojekt sehr begeistert. Mit Folgen: Man beschloss den Schwimmkörper als Testobjekt zu bauen.

Uneingeschränktes Badevergnügen auf schwimmendem Beton 

Nun ist sie also tatsächlich gebaut worden. Die Insel aus Beton dient als Einstiegs- und Liegefläche für Badegäste. Welches Hightech-Wissen sich unter der 3-D-Bemalung befindet, weiß wohl kaum einer derjenigen, die dort gemütlich baden. Sehr wohl aber weiß es das Siegerteam des Wettbewerbs, das in zeitintensiven Versuchen und mit viel Detailarbeit gemeinsam mit einem Wiener Ingenieurbüro die ideale Herstellungsform austüftelte. Der Beton für die Schwimminsel musste besonders leicht sein, dabei gewohnt stabil und frostresistent – denn die Insel schwimmt schließlich ganzjährig im Fluss.

Textilbewehrung mit Carbon

Auftrieb erhält der Beton durch einen XPS-Kern aus Hartschaum. Die Textilbewehrung aus hochfesten und korrosionsresistenten Carbonfasern sorgt gleichzeitig für Leichtigkeit und Stabilität. Nur 4,5 Zentimeter dick ist die Hülle! Periodische Untersuchungen liefern Aufschlüsse über Dauerhaftigkeit, Rissesicherheit und Benutzerfreundlichkeit.

Die wahre Prüfung erfolgte allerdings gleich im ersten Sommer: 2012 wurde die Schwimminsel für Badegäste freigegeben. Die waren durchwegs begeistert – und erzählen sicher noch heute, dass sie „damals“ schon dabei waren, als die Insel ihren ersten Sommer erlebte.