Was ist eigentlich Beton – und wie entsteht er?

Beton – in unserem Umfeld finden wir den Baustoff immer häufiger. Als meistverbauter Werkstoff der Welt begleitet er uns: Er gibt Wärme, beschützt uns und sorgt für wohlige Atmosphäre. Aber: Was ist das eigentlich – Beton?

Beton ist ein äußerst vielseitiger und flexibler Baustoff, der in entsprechend vielen Zusammensetzungen auftaucht. Dennoch gibt es grundlegende Definitionen: Beton ist formbar – ein Gemisch aus Zement, Gesteinskörnung und Anmachwasser. Es handelt sich also um ein System aus zwei Komponenten, die dauerhaft durch ein Bindemittel verbunden werden. Um die Flexibilität zu erweitern, kann Beton außerdem Zusatzstoffe und -mittel enthalten. Meistens wird beim Wörtchen Beton an seine für die Zivilisationsgeschichte wichtigste Art gedacht – an den Zementbeton. Man kann es auch ganz einfach sagen: Beton ist der Baustoff des 21. Jahrhunderts, der Werte für Generationen schafft.

Der ganz normale Zementbeton, also die häufigste Art dieses zeitlos modernen Baustoffs, besteht aus Zement, Wasser und Gesteinskörnungen sowie eventuell Zusätzen zur Beeinflussung bestimmter Eigenschaften. Die Gesteinskörnungen – früher nannte man das „Zuschlag“ – bestehen in der Regel aus Kies oder Sand. Das Bindemittel, das die Zuschlagteilchen miteinander verkittet, ist der aus Wasser und Zement gebildete Zementleim. Er erhärtet an der Luft ebenso wie unter Wasser und verkittet die Zuschlagskörner fest und dauerhaft miteinander.

Die Wahl: Frischbeton oder Fertigteil

Frischbeton wird an Ort und Stelle produziert oder als Transportbeton angeliefert und in eine vorgefertigte Form eingebracht – die Schalung. So wird der Beton verdichtet und vor zu schnellem Austrocknen geschützt. Ist der Beton ausreichend erhärtet, wird die Schalung entfernt. Die zweite Möglichkeit ergibt sich durch die Herstellung von Fertigteilen, die zum Bauwerk transportiert werden und dort am entsprechenden Ort eingebaut werden.

Zusätze ergeben Spezialbeton: Flexibilität für vielfältige Aufgaben!

Zusatzstoffe und -mittel erhöhen die Variabilität des Betons. Als Zusatzstoffe kommen mineralische, inerte oder puzzolanische Feinstoffe in Frage, außerdem Flugasche, Tuff, Trass oder Silica-Staub. Auch organische Stoffe wie Kunstharzdispersion sowie Farbpigmente und Fasern gehören zu den Beton-Zusatzstoffen. Zusatzmittel sind in Wasser gelöste oder aufgeschlämmte Stoffe, die dem Beton beigemischt werden. So werden physikalische und chemische Wirkungen des Baustoffs ebenso verändert wie die Eigenschaften von Frisch- oder Festbeton: Verarbeitbarkeit, Abbindverhalten, Erhärten, Dauerhaftigkeit – das alles lässt sich durch die Wahl des Zusatzmittels beeinflussen.

Die Vorläufer von Beton: Schon vor 10.000 Jahren begann die Entwicklung.

Dauerhafter Kalkmörtel wurde schon vor Urzeiten als Bindemittel genutzt. In der heutigen Türkei konnte diese Bauweise an Bauwerksresten nachgewiesen werden, die mindestens 10.000 Jahre alt sind! Die Ägypter verwendeten für ihre Pyramiden gebrannten Kalk – die Römer kamen dem Zementbeton schon recht nahe: Sie entwickelten das opus caementitium, was so viel heißt wie „Werk aus Bruchstein“ und woraus auch unser Wort Zement abgeleitet wurde. Dieser Baustoff, auch bekannt als „römischer Beton“ oder Kalkbeton, bestand aus gebranntem Kalk, Wasser und Sand, gemischt mit Ziegelmehl. Die Druckfestigkeit war für die damalige Zeit sensationell. Opus caementitium wurde beispielsweise für Aquädukte und Katakomben verwendet – und für das nicht zufällig bis heute am besten erhaltene Bauwerk seiner Zeit, das Pantheon in Rom. Seine Kuppel aus einer Art Spannbeton war mit einem Durchmesser von 43 Metern viele Jahrhunderte lang die größte Kuppel der Welt.

… und woher kommt das Wort „Beton“?

Die Bezeichnung Beton entstammt dem Altfranzösischen: Bethyn, hieß Mauerwerk, und das wiederum war abgeleitet vom lateinischen Wort Bitumen, was schlammiger Sand oder Bergteer bedeutete. Die Wortschöpfung Beton geht auf Bernard de Bélidor zurück, einen französischen Architekten und Ingenieur, der den Begriff 1753 in seinem Werk Architecture hydraulique als Synonym für ein Mörtelgemisch benutzte.