Sichtbeton in der Küche: Neuartige Espressomaschine!

Beton-Design geht neue Wege: Ein aufstrebender Designer hat eine auf den ersten Blick etwas verrückte Idee in die Tat umgesetzt – und eine Espressomaschine aus dem vielseitigen Baustoff erschaffen.

Shmuel Linski, 1982 in Israel geboren, studierte am Shenkar College of Engeneering and Design in Tel Aviv. Nach seinem Bachelor 2009 machte er sich als Designer selbstständig – und nutzt bei seinen Arbeiten am liebsten einen bestimmten Baustoff: Beton.

Beton: Baustoff für innovative Designer

„Beton hat es mir einfach angetan,“ sagt Shmuel Linski, „und mit der Wahl des Baustoffs begann schon der Design-Prozess.“ Seine Vision: „Beton in der Küche können sich die meisten Menschen nur an der Wand als Sichtbeton vorstellen, nicht aber als erstrebenswertes Haushaltsgerät.“ Und genau diese Vorstellung möchte Shmuel Linski revolutionieren. „Seit langem schon beschäftigte ich mich damit, wie ich Ästhetik und Technologie verbinden kann“, sagt der Designer. Die Lösung lag schließlich im Baustoff Beton, den Linski als besonders „exakt und innovativ“ einschätzt.

Was den Designer bei der Entwicklung seiner Espressomaschine besonders faszinierte, war die Mischung der Materialien: „Der Kontrast zwischen der Rauheit, Massivität und Härte von Beton und den feinen Edelstahl-Teilen, die für die Kaffeezubereitung nötig sind, war eine große Herausforderung – sehr interessant!“

Ein Prototyp aus Beton – mit Marktchancen

„Espresso Solo“ nannte Linski seine Kreation, denn schließlich lässt sich damit nur Espresso zubereiten. Das Gehäuse besteht aus Beton, Knöpfe und Filter aus Edelstahl. Die Kaffeebohnen werden oben eingefüllt, der Wasserbehälter befindet sich auf der Rückseite. Noch ist seine Maschine ein Prototyp, aber Shmuel Linski setzt darauf, dass sich vor allem Liebhaber hochmoderner Einrichtungsideen ernsthaft für seine Maschine interessieren könnten.

Sowieso sieht Linski Beton in Zukunft stärker im Mittelpunkt unseres Alltags. „Wir begegnen oft Plastik, Holz oder Leder in unserem Zuhause,“ sagt er, „Beton hingegen wird oft unter Kunststoff oder Metall versteckt.“  Um aber Ästhetik, praktischen Nutzen, Robustheit und extreme Haltbarkeit stärker miteinander zu verbinden, sieht der israelische Designer Beton in vielen Punkten eindeutig im Vorteil.

Beton als idealer Alltags-Baustoff

So entwarf Linski bereits Lautsprecher, Wasserhähne, Duschköpfe und andere Dinge, die wir aus diesem Baustoff als ungewöhnlich empfinden. Wer weiß, vielleicht wird es schon bald ganz normal sein, wenn Inneneinrichter ein nachhaltiges, innovatives Material für Armaturen in Küche und Bad empfehlen – eben Beton.

Shmuel Linski jedenfalls hat schon viele weitere Ideen für ungewöhnliche neue Gebrauchsgegenstände. Und eines ist klar: Beton wird weiterhin im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen. Traditionelles Handwerk, Produktionsprozesse mit Materialien, die als rau und grob angesehen werden – das wird den Designer aus Tel Aviv noch lange beschäftigen.