Betonkanu-Regatta – Top-Veranstaltung für Studierende

Die Herausforderungen bei der Betonkanu-Regatta sind äußerst vielseitig: Es geht – wie bei jeder Regatta – um sportliche Erfolge, also ums Gewinnen. Aber wer gewinnt? Hier ist es nicht immer der Schnellste!

Für Studierende aus der Betontechnik dürfte es kaum eine größere Herausforderung geben, die so viel Vergnügen bereitet: Bei der Betonkanu-Regatta geht es zwar auch um das profane Gewinnen – aber im Vordergrund steht da viel mehr. Was am 9. und 10. Juni 2017 in Köln stattfindet, ist ein idealer Mix aus mehreren Komponenten: Es geht um die hohen Weihen moderner Betontechnik. Um die Kunst des Bootbaus. Darum, Beton auf robuste, leichte, filigrane und innovative Weise zum Schwimmen zu bringen. Es geht um Tempo – und um unendlich viel Spaß.

Hohe Anforderungen für Studierende

Das sollte ein Studium ausmachen: Spaß an eigentlich kaum zu lösenden Aufgaben zu entwickeln. Und genau deshalb schaut die Branche auch genau hin, was die Studentinnen und Studenten der einzelnen Fachrichtungen bei der Regatta zuwege bringen. Denn bei einem solchen Projekt sammeln die Akteure nicht nur praktische Erfahrungen mit dem vielseitigen Baustoff Beton, die auch für die Zukunft wertvolle Akzente setzen – sie lernen dabei auch, wie ein Team ein Projekt angeht. Wie es von der ersten Planung bis zur Ziellinie um Zusammenarbeit geht, um gegenseitige Untersützung.

Im richtigen Moment seine eigenen Stärken dem Team zur Verfügung zu stellen, genau zu wissen, was man leisten kann und wie man anderen hilft – das macht nicht nur Mannschaftssportler aus, sondern auch Wissenschaftler. Und Praktiker. Wem es nämlich gelingt, für Teilaufgaben die volle Verantwortung zu übernehmen, Abläufe zu koordinieren und die Einzelergebnisse zu einem ausdrucksfähigen Gesamtwerk zusammenzufügen, der zählt in jedem Fall zu den Gewinnern.

Höchstleistungen vollbringen bei der Betonkanu-Regatta also nicht nur die Akteure, die als erste durchs Ziel kommen.  So werden also auch nicht nur sportliche Höchstleistungen prämiert, sondern auch Fantasie und Kreativität: Preise gibt’s für die Gestaltung der Boote und für besonders originelle Mannschaftsauftritte. Vom ersten Entwurf über Probleme beim Bau bis hin zum Transport und schließlich Rennen braucht es viel Engagement – und vor allem Teamwork.

Betonkanu-Regatta: Idee aus den USA

Wenn man die Prämissen bedenkt, die Paradigmen dieses Wettbewerbs, dann kommt diese Information nicht gänzlich überraschend: Die Idee der Betonkanu-Regatta als interdisziplinärem Wettbewerb stammt ursprünglich aus den USA. In der Bundesrepublik Deutschland kam die Idee 1986 an, erstmals initiiert vom Bundesverband der Deutschen Zementindustrie e.V. Zunächst fand sie Regatta nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt, ein kleiner Kreis eingeweihter Universitäten nahm daran teil. Zu jener Zeit wunderen sich die Menschen in erster Linie auch noch darüber, dass Beton überhaupt schwimmen kann. Nach und nach stießen weitere Teams dazu, schließlich nahmen auch Teams aus anderen Ländern teil – etwa aus Österreich.

2017 haben sich nun erstmals über 150 Teams aus ganz Europa zur Betonkanu-Regatta angemeldet. Die Veranstalter stellt das zwar vor große logistische Probleme, aber mit der Größe der Veranstaltung wuchs auch die Erfahrung. Auf dem Fühlinger See, auf dem 2017 um Punkte in den verschiedensten Wertungen gestritten wird, fand die Veranstaltung schon einmal statt: 1998 stritten immerhin auch schon siebzig Teams um die Preise.

Auch ein „Pechvogelpreis“ wurde damals vergeben. Der musste übrigens geteilt werden: Gleich zwei Boote kenterten in den Vorläufen. Bleibt zu hoffen, dass heuer zumindest alle einigermaßen trocken bleiben.

Fotos: Candy Welz